von tonix
Version 1.0
Am 30. August 2010 habe ich bei DealExtreme in HongKong dieses ACOG bestellt.
Wieder war der Preis das entscheidende Kaufargument. Für 34,83 Dollar, inklusive
Versand, konnte ich nicht widerstehen. Für 2 Dollar mehr hätte ich das Teil auch
mit den originalen Herstellermarkings haben können, aber ich wollte
Schwierigkeiten mit dem Zoll und Markenrechten vermeiden. Nachdem ich mit Paypal
bezahlt habe, wurden mir 28,23 Euro abgebucht. Leider etwas mehr als die 22,-
Euro Einfuhrumsatzsteuergrenze. Wir werden sehen.
Am 17.09.2010 habe ich leider einen Brief vom Zollamt in Heidelberg bekommen, wo um Rechnung und Beschreibung für die Warensendung gebeten wurde. Oh, nein. Kein Glück für mich. Mit Ausdruck des Paypalbelegs und einen Ausdruck der Warenbeschreibung von DealExtrem bin ich dann am 20.09 auf dem Zollamt in Heidelberg aufgetaucht. Natürlich mußte ich das Zollamt erst noch suchen, nachdem ich vorher nach der falschen Adresse gegoogelt hatte. Durch tausend Baustellen geschlängelt, der einzige Besucherparkplatz war immerhin frei, in der hintersten Ecke des Hinterhofes, habe ich doch noch zum Amt gefunden. Der Zollbeamte hat mir ein Paket in die Hand gedrückt und mich aufgefordert dasselbe zu öffnen. Ungeschickt habe ich das Päckchen zerfetzt und das ACOG vorsichtig aus der Verpackung genommen. Gleich mal kurz die Funktion getestet und in Erwartung der "dummen" Fragen des Zollbeamten, dem Beamten das Teil, quasi selbsterklärend, in die Hand gedrückt. Trotzdem wollte der noch von mir wissen ob das ein Laser ist und ob ich damit ein Ziel markieren kann. Etwas umständlich habe ich dann erklärt, das lediglich ein Kreuz auf ein Linse gespiegelt wird und dies die einzige Funktion des Lasers ist. Nachdem er dann wissen wollte, zur Einstufung des Gerätes, ob man das auf eine Waffe montieren könne, und ich dies widerwillig bestätigt habe, aber nicht ohne darauf hinzuweisen, das es auf einer echten Waffe nicht lange überleben würde und dafür nicht vorgesehen ist, einigten wir uns auf eine unverfängliche Bezeichnung des Gerätes. Er hat dann noch ca. 5-10 Minuten in seinem Computer herumgehackt und das bürokratische erledigt. Mit einer Rechnung über 5,36 Euro, die Umsatzsteuer von 28,23 Euro, bin ich dann zur Kasse und habe den Betrag nachgezahlt. Mit der Quittung mußte ich wieder zurück zum 1. Beamten, wo mir das ACOG übergeben wurde. Ein Chinese, der gebrauchte Bücher aus China in Empfang nehmen wollte und eine Frau, die ebenfalls gebrauchte Kleinigkeiten aus er USA abholen mußte, sind wesentlich schlechter gelaunt als ich, nach Hause gefahren.
So sah das Päckchen aus, indem der Zollbeamte eine Laserwaffe vermutete. ;)

So lag das ACOG in der Verpackung!

Zwei Ersatzknopfzellen lagen dabei und ein kleiner Imbusschlüssel. Keine Ahnung
für was der gut ist, denn ich habe keine Schrauben von dieser Größe am ACOG
gefunden.

Zeit sich mit der Original zu beschäftigen.
Das Vorbild meines Modells stammt von Trijicon. Das Kürzel ACOG steht für
"Advanced Combat Optical Gunsight" . Die aufgedruckte Typnummer zeigt an,
dass es ein besonderes Modell für die Special Forces ist. (SS0010 1240-01-412-6608
ist das TA01NSN, 4x32 für die Special Forces Model".) Es hat im original eine 4
fache Vergrößerung.
Besonderes Kennzeichen für ein ACOG ist, dass es keine Batterie benötigt. Die Beleuchtung wird durch "radioaktives" Tritium (Betastrahler) erzeugt, das ein Fadenkreuz in verschiedenen Formen und Farben, beleuchtet. Üblicherweise wird eine schwache Beleuchtung für die Dämmerung und in der Nacht benötigt. Für Tageslichtbeleuchtung verwendet man bei anderen Modellen einen Fieber-Glas Lichtsammler. (fiber optic light-gathering)
Folgende zwei Links beschreiben das
Original.
http://www.trijicon.com/user/parts/products1.cfm?PartID=142&back_row=4&categoryID=3
http://www.armyproperty.com/Equipment-Info/ACOG.pdf
Man kann erkennen, dass das echte ACOG ein
anderes Zielkreuz verwendet und tagsüber unbeleuchtet schwarz erscheint, nachts
in einem Gelbton beleuchtet wird.

Die Beschriftung sieht doch schon sehr echt aus. Das stimmt alles, obwohl ich
eigentlich ohne Markings haben wollte. Man erkennt, das es aus Metall gefertigt
ist. Die Softair ist nach der Montage auch gleich 426 Gramm schwerer. Nein, es
darf nicht etwas mehr sein, würde ich darum beim Metzger sagen.

Das ACOG von vorne, mal auf eine Schiene montiert.

Das ACOG von hinten. Sieht nicht schlecht
aus, oder?

Das Batteriefach, da unser Modell Batterien braucht.

Höhen und Seitenverstellung des Zielkreuzes. Beide Kappen abgeschraubt.

Das Rad zum anstellen und einstellen des Zielkreuzes. 0 ist aus, wie manche
schon richtig vermutet haben (doch wohl alle, oder?)
Die Zahlen 1-3 stehen für die Leuchtstärke,
mit der ein rotes
Zielkreuz oder ein grünes Zielkreuz angezeigt werden kann. Bei Tageslicht auf Stufe
2 oder 3, Nachts oder
in der Dämmerung auf Stufe 1. Die Stärken und die Farben kann und muss man in beliebiger
Richtung durchschalten. Beim echten ACOG dient dieser Knopf zum einschalten
in einer Farbe und zum stufenlosen anpassen der Leuchtstärke

Von oben.

Die Iron Sights, das stählerne Visier für den Notfall.

Das Zielkreuz in Grün. In Wirklichkeit ist das Kreuz schön scharf gezeichnet. Im
Dunkeln etwas zu stark, auch auf schwächster Stufe.

Das Zielkreuz in Rot.

Das Grüne Zielkreuz bei Tageslicht. Es ist eindeutig besser zu sehen als auf dem
Foto! Ich fand es optimal.
Das Original Absehen sieht ganz anders aus. Ein durchgehendes schwarzes Kreuz,
mit Entfernungsstrichen bzw. Angaben. Beleuchtet in Amber, meist nur in der
Dämmerung und Nachts.
Mein Fazit:
Das ACOG von Mystery ist ein stabiles RedDot, das in der Form eines ACOG
daherkommt. Das ist der augenfälligste "Fehler" des Modells. Ein
unbeleuchtetes Absehen, dem echten Nachempfunden, wäre sinnvoller gewesen.
Weniger Auffällig ist die etwas andere Form der Bedienelemente, des Korns und
natürlich das Batteriefach. Trotzdem ist die grundsätzliche Form gut getroffen. Billiger ist ein "Nachbau" kaum zu bekommen. Wer darum ein RedDot
haben möchte, aber ein ACOG schöner findet, ist mit dem Modell von Mystery
gut bedient. Die eigentlichen Vorzüge eines ACOG bekommt man mit dem Modell
nicht.